• Verden (Aller)

Reiterstadt Verden (Aller)


Folge aus Verden (Aller)

Unsere Folge aus Verden (Aller)

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Lage

Lage

Verden liegt in der Mittelweserregion an der Aller unmittelbar vor deren Mündung in die Weser. Sie trägt als Zentrum der Pferdezucht und des Pferdesports den Beinamen Reiterstadt.
„Aller“ hat sich zu einer Zeit eingebürgert, in der im deutschsprachigen Raum für die französische Stadt Verdun ebenfalls der Name „Verden“ gebräuchlich war. Die Stadt gliedert sich in 7 Ortsteile und hat ca. 27.000 Einwohner.
Rathaus Verden

Rathaus Verden

Das hier zu sehende Gebäude ist das Verdener Rathaus. Es wurde 1729/1730 errichtet. Mehrfache Um- und Erweiterungsbauten haben das Rathaus zu der jetzigen Größe heranwachsen lassen. Der Turm wurde jedoch erst 1903/1905 erbaut und steht stilistisch im krassen Gegensatz zum Gebäude, jedoch stehen die Bürger zu diesem „Stilbruch der Väter“. Ein Rathaus ohne Turm wurde von den Bürgern nicht akzeptiert.
Hufeisen im Pflaster

Hufeisen im Pflaster

Durch die Straße Herrlichkeit und Ostertorstraße erreicht man den Holzmarkt, bei dem sich das Verdener Pferdemuseum befindet, welches wir im zweiten Beitrag vorstellen werden. Auf dem Weg durch die beiden genannten Straßen führen einen die im Pflaster eingelassenen Hufeisen, angelegt in den verschiedenen Gangarten der Pferde. Die Inschriften sind die Namen der Käufer.
Pferdedarstellungen

Pferdedarstellungen

Auch an anderen Objekten wie Fahrradständer oder Granitsäulen findet man zahlreiche Pferdedarstellungen.
Domherrenhaus

Domherrenhaus

Das Domherrenhaus befindet sich in einer herrschaftlichen Hofanlage aus dem Jahre 1708. Das Museum dokumentiert neben 100.000 Jahren Menschheitsgeschichte eindrucksvoll auch die Geschichte der Stadt Verden.
Klaus Störtebecker

Klaus Störtebecker

Neben dem Domherrenhaus befindet sich ein Brunnen, den der Seeräuber Klaus Störtebecker ziert. Störtebecker verteilt hier Brot und Heringe an die Armen der Stadt.
Dom zu Verden

Dom zu Verden

Ein weiteres berühmtes Bauwerk in Verden ist der Dom zu Verden. Er wurde 1490 geweiht.
Im Innenhof des Doms findet man oben am Dachrand den „steinernen Mann“, der nach einem Kirchenraum vom Teufel geholt im Gemäuer stecken blieb und zu Stein geworden sein soll. Im inneren des Doms sind weitere Kunstwerke zu bestaunen.
Unter anderem befinden sich hier auch diverse Grabmale ehemaliger Bischöfe. Hier ist zum Beispiel der Sarkophag des Fürstbischofs Philipp-Sigismund zu sehen.
Er hatte den Sarkophag bereits 1594 herstellen lassen, starb aber erst 29 Jahre später am 19. März 1623. Neben ihm sind hier auch noch weitere Bischöfe beigesetzt.
Reiterdenkmal auf dem Domplatz

Reiterdenkmal auf dem Domplatz

Auf dem Domplatz befindet sich unter anderem dieses Reiterdenkmal aufgestellt, welches 1928 für das 2. Hannoversche Ulanen Regiment Nr. 14 das sich von 1873 – 1886 in Verden befand.
Bischofsdenkmal

Bischofsdenkmal

In der Mitte des Platzes unter dem so genannten Bischofsdenkmal wurden 1830 die sterblichen Überreste der Bischöfe, Domherren und Bürgern erneut beigesetzt, deren Gräber aus dem Dominneren entfernt werden mussten.
John Lennon Denkmal

John Lennon Denkmal

Dieses Denkmal ist das John-Lennon-Denkmal welches 2008 enthüllt wurde. Es erinnert an den Besuch des Mitglieds der Beatles am 14. September 1966. Ein Teil des Antikriegsfilms „Wie ich den Krieg gewann“ in dem Lennon eine Rolle spielte wurde in Verden gedreht.
Alte Pumpe

Alte Pumpe

Die nun hier zu sehende Pumpe ist noch ein relikt aus vergangenen Zeiten. Seit 1893 besitzt Verden bereits eine zentrale Wasserversorgung. Allerdings waren bis in die 1950er Jahre noch Pumpen in Betrieb.
Deutsches Pferdemuseum in Verden

Deutsches Pferdemuseum in Verden

Das Deutsche Pferdemuseum in Verden befindet sich in der ehemaligen Kavalleriekaserne am Holzmarkt. Es nimmt in der 1831 fertig gestellten Kaserne den kompletten linken Flügel der u-förmigen klassizistischen Anlage ein. Die historischen Pferdeställe und Mannschaftsräume bieten den idealen Rahmen, um die Geschichte des Pferdes, des Reitens und des Fahrens zu präsentieren.
Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit der Geschichte des Pferdes anhand eines Modells des katzengroßen Urwaldbewohners vor 60 Millionen Jahren, dessen Entwicklung zum Urwildpferd der mongolischen Steppe mit Hilfe weiterer lebensgroßer Modelle veranschaulicht wird.
Das hier nun zu sehende Przewalski (Sprich Pschewalski-Pferd) ist im übrigen die einzige Wildpferdeart die bis heute überlebt hat.
Neben der Entwicklungsgeschichte des Pferdes finden wir auch kleinere Gegenstände die einen Einblick in die Geschichte der Tiermedizin geben.
Nun begeben wir uns in die ehemalige Stallgasse. Am Abschluss der Gasse finden wir ein Gemälde von König Ernst August von Hannover bei einer Militärparade. Das Bild wurde 1841 von Franz Krüger, einem bedeutenden Pferdemaler geschaffen.
Daneben befinden sich die Prunkgeschirre für sechs und acht Pferde zur Bespannung der Staatswagen. Diese sind Leihgaben des Hauses Hannover.
Neben den Ausstellungsstücken selbst gibt es im Pferdemuseum auch einige Videostationen. Hier sind einige sehr historische Aufnahmen zu bewundern.
Ein Teil des Erdgeschosses ist dem Ausbilder, Richter und Autor Waldemar Seunig gewidmet. Er starb am 24. Dezember 1976. Sein berühmtes Hauptwerk „Von der Koppel bis zur Kapriole“ welches 1943 erstmalig erschien, ist ein Standardwerk für jeden, der sich mit Reitkunst und Pferdedressur beschäftigt. Im Deutschen Pferdemuseum kann man noch einiges über das Leben von Seunig erfahren.
Im Obergeschoss befanden sich damals als das Gebäude noch eine Kaserne war die Mannschaftsräume. Heute wird hier die Entwicklung des Miteinanders von Mensch und Pferd veranschaulicht. Die hier stehenden Dioramen sind zum Teil wirklich atemberaubend und vorallem sehenswert.
Im Obergeschoss finden wir weiterhin einige Informationen wofür damals und heute das Pferd alles benutzt wurde. So zum Beispiel als Ritterpferd oder als Arbeitspferd. Auch die Handwerksberufe rund um das Tier werden dargestellt.
Ein Highlight sind natürlich die „Reitsimulatoren“. Auf einen Pferdesattel oder einer Kutsche hat man den Eindruck das man ausreitet.
Auch eine wichtige Epoche des Pferdes war der Einsatz in Kriegen. Sehr anschaulich wird hier ebenfalls auch in Dioramen die Verwendung dargestellt.
Sehr interessant ist auch die „Darstellung des gallopierenden Pferdes“, denn der genaue Bewegungsablauf ist mit dem Auge nicht erfassbar und konnte daher lange Zeit von den Pferdemalern nicht wirklichkeitsgetreu dargestellt werden. Erst 1874 kann der amerikanisch Landschaftsfotograf Muybridge fotografische Beweisstudien liefern die unter Pferdekennern und Künstlern heftige Diskussionen auslösten.
Ein Stückchen weiter finden wir auch eine Vitrine des erfolgreichen Dressurreiters Josef Neckermann, der am 13. Januar 1992 im Alter von 79 Jahren verstarb. Neben seinem Hang zum Dressurreiten führte er auch erfolgreich das Textilunternehmen Neckermann in Deutschland.
Auch dem Pferdesport ist ein Teil des Museums gewidmet. Neben der Kleidung eines Dressurreiters, Sportmagazinen aus dem 18. Jahrhundert und einigen Trophäen sind hier auch die Verdener Turnier- und Rennplatzanlagen detailgetreu in verkleinertem Maßstab natürlich nachgebaut. Mit dem Bau des Modells wurde bereits 1939 begonnen. 1987 wurde die Anlage Restauriert und ergänzt.
Das Deutsche Pferdemuseum lädt die Besucher ein, mit allen Sinnen die Geschichte des Pferdes zu erkunden. Spezielle Kinderstationen machen auch für die jüngeren Besucher den Rundgang zu einem Erlebnis. Diese kulturhistorische Museum ist in Deutschland einzigartig. Für jeden, der sich für Pferde interessiert lohnt sich ein Besuch auf jedenfall.